Gehirnattacken (zerebrale Durchblutungsstörungen)

 

Ursachen

 

 

 

Echte Attacken kommen bei Kaninchen selten vor. Werden sie beobachtet dauert der Anfall meist nur wenige Minuten, seine Folgen heilen zumeist völlig aus. Nur in seltenen Fällen bleibt das Tier in einem komatösen Zustand oder wird blind. Während der Attacke fühlen Kaninchen oft einen intensiven Schmerz, werfen sich auf die Seite und rollen mit den Augen.

Idiopathische Fallsucht (ohne erkennbaren Anlass) wurde bei weißen blauäugigen Kaninchen beobachtet.

Vor der Verabreichung von Medikamenten sollte die Ursache der Attacke bestimmt werden. Normalerweise werden Diazepam oder Midazolam verabreicht, für kurze Zeiträume auch Glucocorticoiden zum Entzündungshemmung. In einigen Fällen werden auch antiepileptische Mittel gegeben, deren Wirksamkeit aber leider mit der Zeit abnimmt.

 

Diagnosen bei Kaninchen

 

 

Virale Infektionen

Herpes simplex Virus (HSV), verbunden mit Gehirnhautentzündung

Chinaseuche, Endphase. Andere Namen sind Viral Hemorrhagic Disease (VHD) oder Rabbit Calicivirus Disease (RCD).

 

 

Parasiten

(Nagetier-) Hautmilbe

 

 

Zentralnervensystem

Trauma (Verletzung) oder Krankheit (Infektion) des ZNS

Encephalitozoon cuniculi im Hirn, mit Entzündung der Hirnzellen

Pasteurella multocida verbunden mit Gehirnhautentzündung oder Entzündung

im inneren Gehörgang

Toxoplasmose

 

 

Systemische Ursachen

Verdauungsstau in Magen oder Darm, begleitet von starken Schmerzen

Endphase eine Leberlipidose oder -ketose (Stauphänomene)

Hoher Stickstoffgehalt des Blutes, eventuell begleitet von Nierenverfall

Hyper- oder Hypoglykämie (Blutzucker)

Hyper- oder Hypokaliämie (Kalium)

Hypomagnesiämie (Magnesium)

Herzkrankheiten

Kreislauf Erkrankungen

Schwangerschafts-Toxämie

 

 

„Mechanische“ Ursachen

Mineralisierung („Verkalkung“) der Hirnblutgefäße

Arteriosklerose, Mineralisierung der wichtigsten Körperblutgefäße

Tumore, Neoplasien (Gewebebildung), Abszesse oder Wunden, die

wesentliche Teile des Hirns oder des Nervensystems örtlich bedrängen

Oberflächliche Reizungen, z.B. Fellabschürfungen oder Verstopfung

außen liegender Drüsen  

Agonale (Lebensende-) Erscheinungen

 

 

Medizinische Behandlung

Verabreichung hoher Dosen fluoroquinoloner Antibiotika (z.B. Enrofloxacin)

 

 

Giftstoffe

Toxische Pflanzen

Insektizide

Kunstdünger

Blei

 

 

 

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6    JULI   2005